
Angebliche IONOS-Mail warnt vor strengem Spamfilter: Vorsicht, Phishing!
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08.10.2026, 12:53 Uhr (60x gelesen)

Eine verdächtige E-Mail, angeblich vom Internet-Dienstleister IONOS, behauptet, dass der Spamfilter des Empfängers auf eine strengere Einstellung umgestellt worden sei. Dadurch sollen mehr Nachrichten als Spam markiert und nicht zugestellt werden. Über einen Button in der Mail sollen Empfänger die Filterstufe prüfen und gegebenenfalls zurücksetzen. Mehrere Auffälligkeiten in der Mail sprechen jedoch deutlich für einen Phishing-Versuch.
Die Nachricht mit dem Betreff „Einige E-Mails erreichen Sie seit Freitag nicht“ liegt uns vor: Sie trägt die Überschrift „Der Spamfilter Ihres Postfachs arbeitet seit Freitag in einer strengeren Einstellung“ und nennt die tatsächliche E-Mail-Adresse des Empfängers. Das lässt sie zunächst persönlich und glaubwürdig wirken. Eine bekannte Empfängeradresse oder ein integriertes Logo belegen allerdings nicht, dass eine Nachricht tatsächlich vom genannten Anbieter stammt: Betrüger nutzen oft bekannte Firmen als angebliche Absender der Nachrichten.
Prüfung im Webmail widerspricht der Warnung
Laut E-Mail sei am 6. Oktober 2026 die Filterstufe „streng“ aktiviert worden. Bei einer unabhängigen Kontrolle über die IONOS Webmail Einstellungen stand der Spamfilter des betroffenen Postfachs jedoch auf einer anderen Einstellung. Der Link aus der Nachricht sollte dafür nicht geöffnet werden.
Auch die Datumsangaben passen nicht zusammen: Der 6. Oktober 2026 war ein Dienstag, während die Überschrift eine Änderung „seit Freitag“ behauptet. Zusätzlich setzt die Nachricht den Empfänger unter Druck: Ohne Prüfung bis zum 12. November 2026 bleibe die strenge Einstellung angeblich dauerhaft bestehen. Diese Behauptung wird in der Mail nicht nachvollziehbar begründet.
Der Text der Email
Betreff: Einige E-Mails erreichen Sie seit Freitag nicht
lONOS
Der Spamfilter Ihres Postfachs arbeitet seit Freitag in einer strengeren Einstellung.
Guten Tag,
am 6. Oktober 2026 wurde für EMAIL-ADRESSE die Filterstufe „streng“ aktiv. Nachrichten einiger Absender werden dadurch bereits vor der Zustellung abgewiesen; im Postfach auf EMAIL-ADRESSE fehlen diese E-Mails.
Die Änderung wurde nicht von uns angestoßen. Prüfen Sie die Stufe bitte einmalig und setzen Sie sie auf „Standard“ zurück, falls sie nicht von Ihnen stammt. Ohne Prüfung bis zum 12. November 2026 bleibt die strenge Stufe dauerhaft bestehen.
Filterstufe prüfen
Mit freundlichen Grüßen
lONOS Kundenservice
Diese Merkmale machen die angebliche IONOS-Mail verdächtig
Besonders auffällig sind der Absender und das tatsächliche Linkziel:
- Fremde Absenderdomain: Die Nachricht kommt von einer Adresse unter
gbtgraphics.com. Auch die Antwortadresse verwendet diese Domain, obwohl die Mail als IONOS-Kundenservice auftritt. Die eigene Domain des Empfängers vor dem @-Zeichen stellt keine Verbindung zu IONOS her. - Button führt nicht zu IONOS: Der Link „Filterstufe prüfen“ verweist auf einen Amazon-S3-Bucket unter
s3.us-west-2.amazonaws.com. Die Adresse gehört damit nicht zu einer IONOS-Domain. Amazon ist hier lediglich der erkennbare Hostinganbieter; daraus lässt sich der Betreiber der Seite nicht bestimmen. - Verwechselbare Buchstaben: In der Mail steht „lONOS“ mit einem kleinen L statt mit einem großen I. Je nach Schriftart ist der Unterschied kaum sichtbar.
- Unsichtbare Zeichen innerhalb von Wörtern: Der Text enthält an mehreren Stellen unsichtbare Trennzeichen. Solche Zeichen werden unter anderem genutzt, um eine automatische Texterkennung in Spamfiltern zu erschweren.
- Widersprüchliche Datumsangaben: Die Überschrift nennt Freitag, das im Text angegebene Datum fällt jedoch auf einen Dienstag.
So sollten Empfänger reagieren
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte den enthaltenen Link nicht öffnen, nicht auf die E-Mail antworten und keine Zugangsdaten eingeben.
Eine mögliche Änderung am Postfach lässt sich unabhängig kontrollieren: Dazu IONOS Webmail öffnen oder über die IONOS Webseite und dort die Spamfilter-Einstellungen für die genannte Email-Adresse prüfen. Den Filter sollte man nicht allein wegen der Aufforderung in dieser Mail herabsetzen.
Auch eine HTTPS-Adresse oder ein Schloss-Symbol im Browser beweist nicht, dass eine Webseite zum behaupteten Anbieter gehört. Entscheidend ist unter anderem die tatsächliche Domain.
IONOS empfiehlt bei verdächtigen Nachrichten, keine Links oder Anhänge zu öffnen, nicht zu antworten und die Mail als Spam zu markieren. Außerdem stellt der Anbieter einen Validierungsservice zur Prüfung angeblicher IONOS-E-Mails bereit.
Bereits Zugangsdaten eingegeben?
Wer über eine verdächtige Seite bereits ein Passwort übermittelt hat, sollte es sofort über die echte Anbieterwebseite ändern. Wird dasselbe Passwort auch bei anderen Diensten verwendet, muss es dort ebenfalls ersetzt werden. IONOS empfiehlt bei preisgegebenen Zugangsdaten außerdem, den betroffenen Anbieter zu kontaktieren.
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