
Office kostenlos: Mit KI-Clonen von Word und Excel
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18.10.2026, 09:41 Uhr (73x gelesen)

Kostenlose Alternativen zu Word, Excel und PowerPoint, ohne Microsoft-Konto und Jahresabo: Mit WordCraft, GridCraft und DeckCraft erweitert das ArtCraft-Projekt seine Sammlung von Programmen, die mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt wurden. Die Anwendungen orientieren sich bei Oberfläche und Bedienung an den bekannten Microsoft-Programmen. Es handelt sich allerdings um eigenständige Open-Source-Alternativen in einer frühen Alpha-Version: Die Originalprogramme von Microsoft werden damit nicht kostenlos.
Brandon Thomas hat mit Anthropics KI-Modell Claude die kostenpflichtige Adobe Creative Suite mit Programmen wie Photoshop, Lightroom, Premiere, Indesign oder Illustrator nachgebaut. Aber auch Microsoft blieb nicht verschont: Thomas hat ebenfalls die Microsoft Office-Programme (Word, Excel und PowerPoint) mit KI nachbauen lassen. Die neuen Apps sehen dabei nicht nur sehr ähnlich aus, auch viele Tastenkombinationen funktionieren genau wie im Original.
Auffällig ist zunächst der deutlich geringere Speicherbedarf der neuen Programme. Sie sollen von der KI in der Programmiersprache Rust komplett neu entwickelt worden sein, und das merkt man am Speicherplatz: Die Crafting Apps benötigen deutlich weniger Platz auf dem Datenträger als die hier verglichenen Adobe-Anwendungen. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt allerdings von Programmversion, Betriebssystem und Installationspaket ab.
Statt mehrerer Gigabyte wie die Adobe Programme belegen sie nur wenige hundert Megabyte auf dem eigenen PC. Während Adobes Photoshop 2026 ganze 6,42 GB benötigt, Premiere sogar 7,18 Gigabyte, kommt das neue PhotoCraft mit nur 182 Megabyte aus. FilmCraft belegt sogar nur 154,9 MB speicher, die sparsame Word Alternative WordCraft braucht unter macOS 203 MB, die kostenlose Excel-Alternative GridCraft sogar nur
63,8 Megabyte.
Photoshop-Klon, jetzt auch für Linux
Die neuen KI-Alternativen der teuren Abo-Programme sind nicht nur kostenlos und quelloffen (Open Source), sondern neben Windows und macOS auch für Linux verfügbar: Neben GIMP gibt es damit jetzt neue Profi-Tools zur Bild- und Video-Bearbeitung für Linux. Statt dem echten Adobe Photoshop für Linux kommt das kostenlose PhotoCraft der Bedienung schon sehr nahe.
Im Test funktioniert PhotoCraft schon in der frühen Version sehr gut. Einfache Bildbearbeitung und das Arbeiten mit Ebenen ist damit problemlos möglich, anders als bei GIMP fühlt sich die Bedienung direkt vertraut an. Der Test von heise.de zeigt allerdings deutliche Grenzen beim Austausch von Photoshop-Dateien: Zumindest in den bisherigen Fassungen. Hier fehlten teilweise Ebeneneffekte, Smartfilter wurden nicht vollständig übernommen und bearbeitete Smartobjekte verloren ihre nichtdestruktive Funktion. Einzelne mit PhotoCraft gespeicherte PSD-Dateien sollen sich anschließend in Photoshop gar nicht mehr öffnen lassen.
Originaldateien sollte man deshalb nicht überschreiben. Wer vorhandene Photoshop-Dokumente mit PhotoCraft bearbeiten möchte, sollte sie anschließend als Kopie abspeichern und die Ergebnisse vor der Weitergabe in Photoshop kontrollieren. Dass eine PSD-Datei geöffnet werden kann, bedeutet noch nicht, dass sämtliche Funktionen beim Bearbeiten und Speichern erhalten bleiben.
LightCraft: Lightroom-Alternative mit Grenzen bei RAW-Fotos
Mit LightCraft gibt es auch einen kostenlosen Nachbau für Fotoverwaltung und RAW-Entwicklung nach dem Vorbild von Adobe Lightroom. Im Heise-Test der Version 0.7.1 zeigte sich allerdings, dass eine ähnliche Oberfläche noch keine vergleichbare Bildqualität garantiert: Besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen und Bildrauschen fiel die Verarbeitung deutlich hinter Lightroom zurück. Bei manchen RAW-Formaten zeigte LightCraft lediglich das eingebettete Vorschaubild.
Auch Änderungen an den Reglern wurden im Test erst verzögert sichtbar. Für die Bearbeitung wichtiger RAW-Aufnahmen ist daher zunächst ein Vergleich mit dem bisher verwendeten RAW-Entwickler sinnvoll. Wer LightCraft ausprobiert, sollte dafür Kopien seiner Bilder verwenden.
Kostenloses Word und Excel
WordCraft und GridCraft als kostenlose Alternativen für Word und Excel befinden sich ebenfalls erst in einem frühen Alphastadium, sollen aber schon einen Großteil der Excel-Formeln unterstützen. Im Gegensatz zu LibreOffice sieht es schon auf den ersten Blick einladender und übersichtlicher aus. Ob die KI-Apps sich später im Office-Alltag durchsetzen, wird vor allem von der Kompatibilität zu Microsofts Office Dateien abhängen, sobald die Apps den Beta-Status verlassen haben.
Können WordCraft und GridCraft Office-Dateien öffnen?
WordCraft kann laut Projektbeschreibung Word-Dateien im DOCX-Format öffnen und speichern. GridCraft verwendet das Excel-Format XLSX und unterstützt außerdem CSV und TSV. Die Entwickler nennen mehr als 500 Tabellenfunktionen sowie Funktionen für Diagramme und Pivot-Tabellen.
Das bedeutet aber noch nicht, dass jedes Dokument vollständig erhalten bleibt. Entscheidend ist auch, wie eine Datei nach dem Bearbeiten und Speichern wieder in Microsoft Office aussieht. Bei WordCraft nennt die Roadmap unter anderem den Erhalt von Diagrammen und SmartArt sowie eine bessere Übereinstimmung der Seitenumbrüche als offene Aufgaben. Bei GridCraft gehört die Kompatibilität mit realen Excel-Arbeitsmappen ebenfalls zu den nächsten Entwicklungszielen.
Für einen ersten Versuch empfiehlt es sich deshalb, wie auch bei dem geklonten Photoshop, mit Kopien vorhandener Dateien zu arbeiten. Anschließend sollte man das Ergebnis wieder im Originalprogramm öffnen und Layout, Inhalte und Berechnungen vergleichen. Bei reinen Datentabellen für Excel ist der Umweg über das CSV Format eine sichere Alternative: Hier werden sämtliche Tabellendaten, mit Kommas getrennt, in einer Datei gespeichert. Formatierungen und Formeln gehen dabei verloren, dafür ist das Format zu sehr vielen anderen Apps ebenfalls kompatibel.
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